Egal, ob beim Business-Meeting oder beim Kennenlernen des zukünftigen Schwiegervaters: Die Uhr am Handgelenk des Gegenübers kann das passende Gesprächsthema sein, um das Eis zu brechen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Damit der Uhren-Smalltalk in die richtige Richtung gelenkt wird und man auch als Quereinsteiger nicht in ein Fettnäpfchen tritt, gilt es jedoch einiges zu beachten.
Dem Gesprächspartner den Vortritt lassen.
Lassen Sie Ihrem Gesprächspartner den Vortritt und sprechen Sie ihn zunächst auf seine Uhr an. Statt dabei auf Anhieb allzu spezifische Fragen zu stellen, sollte man seinem Gegenüber die Möglichkeit geben, seine persönliche Geschichte zur Uhr zu erzählen. Jemand, der sein Handgelenk mit einem hochwertigen Zeitmessgerät würdigt, der spricht auch gern davon. Erst wenn der Andere seine Geschichte beendet hat, sollte man die eigene in die Diskussion einbringen.
Nicht als Uhrenkenner ausgeben, der man nicht ist.
Ein Uhren-Liebhaber merkt schnell, wenn man ihm etwas vormacht. Prahlen Sie vor allem nicht mit gefährlichem Halbwissen, das Sie sich erst kürzlich bei Wikipedia angeeignet haben, sondern sprechen Sie lieber über persönliche Vorlieben oder bestimmte Details, die Ihnen an einer Uhr gefallen. Gibt es bestimmte Marken- oder Stilpräferenzen, Lieblingsmodellreihen, bevorzugte Farbvarianten oder Armbandmaterialien? Versuche dabei, hinter die Fassade des Offensichtlichen zu blicken und Einzelheiten hervorzuheben.
Chronometer und Chronograph.
Ein Klassiker unter den Begriffs-Fauxpas ist die Verwechslung von Chronograph und Chronometer. Der Begriff Chronograph bezeichnet eine Uhr mit Stoppfunktion, dem die mit der Anzeige der laufenden und gestoppten Zeit betrauten Hilfszifferblätter zu seinem typischen Aussehen verhelfen. Der Begriff Chronometer stammt ursprünglich aus der Schifffahrt, wo eine hohe Ganggenauigkeit notwendig war, um die Längengrade auf hoher See valide bestimmen zu können. Heute bezeichnet der Begriff sehr genaue Uhren, die je nach Gangart (Quarz oder mechanisch) bestimmte Genauigkeitskriterien (COSC-Kriterien) erfüllen müssen. Häufig meint man mit Chronometer jedoch lediglich mechanische Uhren, die sehr gute Gangwerte aufweisen.
Der korrekte Artikel.
Will man beim Uhren-Gespräch ernstgenommen werden, sind falsch verwendete Artikel ein absolutes No-Go. Während für Chronometer sowohl der als auch das korrekt sind, ist der Chronograph in der deutschen Sprache ausschließlich männlich. Tourbillon ist hingegen ein Neutrum, der richtige Artikel lautet somit das (nicht der).
Hersteller nicht verwechseln.
Auch Herstellernamen sind häufig ein Grund für Missverständnisse: Besonders gern wird die russische Marke Poljot mit dem deutschen Hersteller Poljot International verwechselt, der auch Uhren unter dem Namen Basilika auf den Markt bringt. Häufig Auslöser für Missverständnisse ist die Bezeichnung Glashütte. Einerseits ist Glashütte zweifellos der bekannteste Uhrenort Deutschlands. Viele Hersteller sind hier angesiedelt und tragen deshalb Glashütte im Namen (Nomos Glashütte, Mühle Glashütte, Union Glashütte etc.). Gleichzeitig wird der Begriff jedoch auch synonym für den Premiumhersteller Glashütte Original verwendet, der seinen Hauptsitz ebenfalls in der sächsischen Uhrenstadt hat.
Überflüssige Fragen vermeiden.
Stellen Sie keine überflüssigen Fragen, die man leicht selbst beantworten kann. Schweizer Uhren sind beispielsweise einfach am „Swiss Made“ Schriftzug bei 6 Uhr als solche erkennbar, weshalb sich eine Frage nach der Herkunft erübrigt. Zumindest gewisse Grundkenntnisse kann man unter Beweis stellen, indem man in der Lage ist, eine Quarz- von einer mechanischen Uhr zu unterscheiden.(Für jene, die es nicht wissen: Während die laufende Sekunde einer Quarz-Uhr „springt“, „gleitet“ jene der mechanischen Uhr über das Zifferblatt).
Das Gros der heutigen Uhren wird mit einer Batterie betrieben, wobei ein Quarzstein den Takt vorgibt (Quarzuhr). Mechanische, also Automatik- oder Handaufzugsuhren erreichen bekanntlich bei weitem nicht die Gangwerte einer Quarzuhr, sind jedoch aus Sicht der meisten Uhrenliebhaber aufgrund ihrer mechanischen Ästhetik umso interessanter und begehrenswerter.
Nicht nach der Echtheit fragen.
Auch wenn es Sie noch so brennend interessiert, ob es sich bei der Uhr der anderen Person um eine Fälschung handelt: Die Frage nach der Authentizität sollte man lieber für sich behalten. Erstens beleidigt es den Gesprächspartner, und zweitens unterminiert man damit die eigenen Uhrenkenntnisse, da es impliziert, dass die Unterscheidung nicht selbst getroffen werden kann. Sobald ein Rolex– oder Patek-Philippe-Schriftzug auf der Zwölf erkannt wird, gilt deshalb erst einmal die Echtheitsvermutung. Ein Sprichwort lautet: „Fake watches are for fake people“, und man fragt doch auch niemanden, ob er fake ist.
Nicht wie ein Snob verhalten.
Die Bedeutung hochwertiger Uhren reicht für viele weit über materielle Gesichtspunkte hinaus. Die Wertschätzung, die man dem Gegenüber entgegenbringt, sollte deshalb niemals mit dem Status der Uhrenmarke zu tun haben, die er an seinem Handgelenk trägt. Außerdem lässt die jeweilige Uhrenmarke nicht immer verlässlich darauf schließen, welche Bedeutung eine Person Uhren entgegenbringt und wie viel Ahnung sie von der Materie hat: Eine Rolex am Handgelenk macht einen noch lange nicht zum Uhrenliebhaber. Und umgekehrt kann auch jemand, der eine günstige Quarz trägt, sehr wohl ein Faible für Uhren haben. Klar ist auch, dass mit Rolex noch lange nicht der Gipfel der Exklusivität erreicht ist. Oft sind es weniger bekannte Marken, mitunter Manufakturen, die nur wenige Exemplare im Jahr herstellen, die bei Sammlern am begehrtesten sind und bei Auktionen dementsprechend hohe Preise erzielen.
Den Geschmack des anderen schätzen.
Auch wenn Ihnen die Uhr des anderen nicht auf Anhieb zusagt, versuchen Sie den Geschmack des anderen stets aufrichtig zu schätzen. Suchen Sie am besten etwas heraus, das Ihnen an der Uhr besonders gefällt, auch wenn es sich dabei nur um ein kleines Detail wie der Linienführung der Bandanstöße oder der Haptik des Lederarmbandes handelt. Oft sind es schließlich genau diese Details, die die Faszination für Armbanduhren ausmachen.
Bitte sehen uhren replica oder Breitling Uhren
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